Staatspreis für Klimawandelanpassung: 1. Platz für Rückhaltebecken Fahrafeld

Veröffentlichungsdatum20.03.2026Lesedauer4 MinutenKategorienBürgerservice News, Wasserverband News
Das Rückhaltebecken Fahrafeld gewann den CliA Staatspreis

Große Anerkennung für den Triesting Wasserverband und das gesamte Triestingtal: Das Rückhaltebecken Fahrafeld wurde mit dem 1. Platz beim CliA Staatspreis für Klimawandelanpassung 2026 in der Kategorie „Hochwasser / Starkregenereignisse“ ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand am 19. März 2026 im Marmorsaal des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft durch den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft Norbert Totschnig statt. 

Die Auszeichnung würdigt ein Projekt, das im bundesweiten Vergleich als eines der führenden Beispiele für integralen Hochwasserschutz und regionale Zusammenarbeit gilt. Das Rückhaltebecken Fahrafeld wurde vom Triesting Wasserverband als Projektträger initiiert und koordiniert und wird auch langfristig vom Verband betrieben. Es steht sinnbildlich für die Stärke eines funktionierenden Gemeindeverbundes. Ausschlaggebend für die Umsetzung war die enge und geschlossene Zusammenarbeit der zwölf Verbandsgemeinden, die dieses Vorhaben gemeinsam getragen, mitentwickelt und ermöglicht haben.

Das Triestingtal war in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt von schweren Hochwasserereignissen betroffen. Die topografischen Gegebenheiten sowie die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Starkregen infolge des Klimawandels führten immer wieder zu Überflutungen mit erheblichen Schäden. Einzelmaßnahmen konnten diesen Herausforderungen nicht mehr ausreichend begegnen. Der Triesting Wasserverband entwickelte daher als zentrale koordinierende Stelle gemeinsam mit seinen Mitgliedsgemeinden ein überregionales Gesamtkonzept, um das gesamte Tal nachhaltig widerstandsfähiger zu machen.

Mit dem Rückhaltebecken Fahrafeld wurde das bislang größte Einzelprojekt dieses Gesamtkonzepts realisiert. Die Anlage, die im Zeitraum von Juni 2020 bis Mai 2024 unter Federführung und Koordination des Triesting Wasserverbandes errichtet wurde, zählt zu den bedeutendsten Hochwasserschutzprojekten in Niederösterreich. Mit einem Rückhaltevolumen von rund 750.000 Kubikmetern und einem rund 2,6 Kilometer langen Damm trägt sie maßgeblich dazu bei, Hochwasserspitzen zu reduzieren und die Triesting bei Extremereignissen zu entlasten. Insgesamt werden rund 35.000 Menschen sowie zentrale Infrastrukturen in zwölf Gemeinden nachhaltig geschützt.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die außergewöhnliche Geschlossenheit innerhalb des Verbandes. Alle zwölf Mitgliedsgemeinden standen hinter dem Projekt und ermöglichten gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und dem Bund die Finanzierung in Höhe von rund 42 Millionen Euro. Besonders hervorzuheben ist, dass sämtliche benötigten Flächen freiwillig von den Grundeigentümern zur Verfügung gestellt wurden. Dieses Maß an Vertrauen und Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit und unterstreicht die starke Verankerung des Wasserverbandes in der Region.

Bürgermeister Andreas Ramharter, Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Anton Henle von der Firma AlpInfra und Amtsleiter Stefan Fischer

Bürgermeister Andreas Ramharter, Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Anton Henle von der Firma AlpInfra und Amtsleiter Stefan Fischer präsentieren den großartigen 1. Platz für das Rückhaltebecken Fahrafeld

Neben seiner technischen Funktion wurde das Rückhaltebecken bewusst als multifunktionaler Landschaftsraum gestaltet. Entstanden ist ein Gebiet, das Schutz vor Naturgefahren mit einem hohen Mehrwert für die Bevölkerung verbindet. Radwege entlang des Damms, Freizeit- und Festflächen, Badebereiche, Spiel- und Sportmöglichkeiten sowie ökologische Rückzugsräume machen die Anlage zu einem neuen Naherholungsraum für das gesamte Triestingtal. Ein integrierter Löschteich erweitert zudem die Infrastruktur und stärkt die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr, insbesondere im Rahmen der  Waldbrandbekämpfung.

Auch ökologische Aspekte wurden konsequent berücksichtigt. Durch gezielte Bepflanzungen und die Schaffung von Feuchtlebensräumen entstanden wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna. Insgesamt wurden mehr als 5.000 Bäume und Sträucher gepflanzt. Die Baumpflanzaktion „Setz auch du deinen Baum“, initiiert von der Leader Region Triestingtal, ermöglichte es zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, aktiv an der Gestaltung des Projekts mitzuwirken. Diese breite Beteiligung leistete einen wesentlichen Beitrag zur hohen Akzeptanz und zur starken Identifikation der Bevölkerung mit dem Rückhaltebecken Fahrafeld.

Das Rückhaltebecken Fahrafeld steht heute für eine moderne und ganzheitliche Form der Klimawandelanpassung. Es verbindet technischen Hochwasserschutz mit ökologischer Aufwertung, gesellschaftlichem Nutzen und einer starken regionalen Zusammenarbeit unter der Koordination des Triesting Wasserverbandes. Gleichzeitig wurde die Anlage so konzipiert, dass sie auch zukünftigen Herausforderungen gewachsen ist und flexibel an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden kann.

„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Gemeinden zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Mein besonderer Dank gilt allen Verbandsgemeinden, Grundeigentümern und Partnern, die dieses Vorhaben mitgetragen haben. Das Rückhaltebecken Fahrafeld ist ein Meilenstein für den Hochwasserschutz im Triestingtal und ein starkes Signal für eine sichere Zukunft unserer Region“, betont Obmann Bgm. Andreas Ramharter.

Mit dem 1. Platz beim CliA Staatspreis wird nicht nur ein herausragendes Infrastrukturprojekt gewürdigt, sondern insbesondere die Rolle des Triesting Wasserverbandes als Projektträger, Koordinator und Betreiber sowie die gemeinsame Leistung der Verbandsgemeinden. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass nachhaltiger Hochwasserschutz dort am besten gelingt, wo regionale Strukturen funktionieren und Verantwortung gemeinsam getragen wird – für eine sichere und lebenswerte Zukunft im Triestingtal.